Genug gefeiert!

Nicht dass ich etwas gegen feiern hätte oder mich die Festtage verdrießen könnten. Nein – ich mag Feiertage und am liebsten ganz laaangsam…

Was mich stört ist nur, dass die Tage so schnell wie sie kommen, auch schon wieder vergangen sind, bevor man sie ausgiebig genießen konnte. Gerade habe ich mich auf die Feiertagsstimmung eingeschwungen, fange an zu entspannen, komme innerlich zur Ruhe und schon erwartet mich der Alltag mit seinen üblichen Pflichtprogrammen. Egal wie ich das Kalenderblatt drehe und wende erkenne ich mit einem Blick, dass die Alltagsroutine sich schon darauf vorbereitet, spätestens morgen früh über mich herzufallen.

Eigentlich sollte ich mich doch daran gewöhnt haben denke ich, denn so ist es doch schon immer. Doch das tröstet mich nicht im geringsten, im Gegenteil. Es zeigt mir nur all zu deutlich, wie ich mich da in etwas hinein manöveriert habe, was mich im Griff hält und somit mein Leben bestimmt. „Könnte das auch anders sein?“, frage ich mich…

Vielleicht lebe ich zu schnell, versuche immer alles mögliche hier und da auch möglichst schnell zu erledigen, damit ich anschließend mehr Zeit habe. Mehr Zeit – um mehr zu erledigen? Das was mich innerlich antreibt, lässt mir keine Zeit für eine regenerative Pause, merke ich. Ich muss also die Pause selbst bestimmen und nicht darauf warten, dass sie von selbst kommt. Einplanen sollte ich sie ins Alltagsgeschehen, damit ich sie genießen und etwas entspannen kann. Der vielgepriesene Begriff „Entschleunigung“ fällt mir dazu ein. Wenn ich also bewusst hier und da wo es möglich ist, die „Langsamkeit“ übe, könnte mir das schon etwas Stress von den Schultern nehmen, glaube ich.

Apropos Schultern, ich erinnere mich an die Entspannungsübungen, die ich bezüglich der Arbeit am Computer vorgestellt habe. Die kann man auch sehr gut üben, wenn einem danach zumute ist, ohne vorher am Computer gesessen zu haben. Sich einfach nur bewusst werden, dass es an der Zeit ist, sich was zu gönnen. Warum also nicht öfter mal daran erinnern, kann doch nur gut tun? In diesem Sinne denke ich vorerst genug gefeiert und die Gedankenmühle gedreht zu haben. Jetzt übe mich erst mal bewegungstechnisch in Entschleunigung. Vielleicht habt Ihr ja Lust mit zu üben. Wer schon bei den letzten Übungen dabei war, ist sicher schon gespannt zu erfahren, wie es nun weiter geht…

Comp-25Ganz entspannt atmen, die Hände stützen sich leicht auf die Hüfte. Beim Ausatmen senkt sich der Kopf langsam entspannt in den Nacken.

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Mit der Einatmung geht der Kopf wieder zurück zur Mitte und senkt sich dann mit beginnender Ausatmung ab zur Brust.

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Nachdem dieser Zyklus 4 – 6 mal wiederholt wurde, dreht sich der Kopf bei der Ausatmung entspannt zur Seite und kommt mit der Einatmung wieder zurück zur Mitte.

Mit weiterer Ausatmung dreht sich der Kopf nun zur anderen Schulter und kommt mit der Einatmung wieder zur Mitte zurück.

Diesen Zyklus nach dem Comp-31gleichen Bewegungsschema wie die vorherige Übung, 4 – 6 mal ausführen.

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Jetzt neigt sich der KComp-36opf mit der Ausatmung jeweils rechts und links zur Schulter. Mit der Einatmung kommt der Kopf wieder zurück zur Mitte.

Wichtig ist dabei, dass die Halswirbelsäule auf leichtem Zug nach oben bleibt, damit sie sich wie eine Rute biegen kann und nicht an einer Bandscheibe abknickt. Dies wird erreicht, indem man mit dem Kopf eine deutende Bewegung ausführt, so als wolle man mit dem Kopf zur Wand deuten, während er zur Schulter sinkt. Auf gar keinen Fall Druck ausüben!!

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Nachdem auch dieser Bewegungszyklus nach dem gleichen Schema des vorherigen geübt wurde, kullert der Kopf ganz dezent um seine Mittelachse. Es sollte so aussehen, wie eine Kugel, welche sich auf einer Wassersäule dreht.

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Wenn der Kopf nach ein paar Umdrehungen zur Ruhe gekommen ist, langsam in die Hocke gehen. Gerade so weit, um die Hände entspannt auf den Knien abstützen zu können.

Hier im gleichen Bewegungsrhythmus wie vorher, die Knie jeweils nach rechts und links rotieren lassen.

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Mit dieser Bewegungsübung werden Hüfte, Knie und Fußgelenke koordiniert. So sitzt es sich anschließend wieder entspannter.

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Mir kann man nach den Übungen jedenfalls die Erleichterung ansehen. Vielleicht ergeht es Euch danach ja auch besser oder sogar gut?

Diese Übungssequenzen helfen übrigens auch, wenn mann mal bei längerer Unterhaltung oder beim Lesen lange gesessen hat.

Ich wünsche Euch noch eine besinnliche Stimmung zwischen den Jahren und einen vitalen Start ins Neue  ⇒  2016

K. T. Burg

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