In mir…

Ich sitze nach entspanntem Frühstück gerade noch ein wenig da, blinzele in die Kerze auf dem Frühstückstisch und fühle mich wohl. Nachsinnend über mein Wohlgefühl, empfinde ich meinen Körper und beobachte ihn.

Wie funktioniert das alles so da drinnen, frage ich mich.

Wie spielt das in mir alles so optimal zusammen, dass mein Körper so gut funktioniert und gesund bleibt?

Da gibt es zunächst deutlich sichtbares, Blutbahnen, in denen der Lebenssaft fließt. Diese schlauchartigen Gebilde verbinden alle Organe im Körper, bis hinein in den letzten Winkel fließt es. Sie bestehen teils aus dicken Venen und Arterien, verästeln sich aber auch zu haarfeinen filigranen Gefäßen. In den Adern wirkt das Blut als universelles Förderband, das alle Organe mit dem versorgt, was gebraucht wird. Es wird Sauerstoff aus der Lunge transportiert, alle möglichen Mineralstoffe, Hormone, Enzyme und die aus der Nahrung gewonnenen Fette, Eiweiße und Kohlehydrate. Alles was ich gerade gefrühstückt habe wird fein säuberlich verstoffwechselt. Wie das letztendlich in den Blutgefäßen und Organen geschieht, lässt sich von außen nicht beobachten. Ich weiß nur, dass es sehr gut geschieht, jedenfalls so lange keine Störung oder Erkrankung vorliegt.

Gedankenverloren trinke ich etwas zu hastig einen Schluck Kaffee und verbrenne mir prompt die Zunge. Also scheinen meine Nerven auch gut zu funktionieren, obwohl ich nicht sehen kann was da passiert. Ich erinnere mich, dass die Nervenreizung durch elektrische Impulse geschieht. Ich stelle die Tasse zurück auf den Tisch und beobachte wie meine Hand sich bewegt ohne dass ich bewusst darüber nachdenken müsste, Genial! Wie die Nerven und Muskeln hier meinem Willen folgen. Obwohl ich den Strom, welcher die Nerven aktiviert weder sehen noch fühlen kann, zeigt sich dennoch sofort eine entsprechende Reaktion.
Ich erinnere mich an meine Shiatsuausbildung und daran wie erstaunt ich bei meiner ersten Akupunkturbehandlung war. Eine zarte Chinesin spickte mich im Nu mit haarfeinen Nadeln, die sie an einige Punkte an meinen Körper steckte, während sie mit mir plauderte. Ich fühlte teilweise ein fließendes Pulsieren im Körper und sofort lösten sich einige Spannungen, welche ich schon einige Wochen mit mir herumgetragen hatte. Ich erfuhr von ihr dass ich mit angemessener Atemtechnik ebenfalls auf die Energiebahnen einwirken könnte, was ich ausprobierte und als sehr angenehm und wohltuend empfand. Ich konnte also eine Harmonisierung im Fluss meiner Lebensenergien erzeugen.
Also genau wie mit den Nerven, Muskeln und Blut verhält es sich offenbar auch mit diesen Energiebahnen, welche in der chinesischen Medizin als Meridiane bezeichnet werden. Ich nenne sie vereinfacht ausgedrückt „Stromkabel des Körpers“. Denn hier fließt zum Beispiel jene ominöse Energie, die ich als „feinstofflich“ bezeichne. Sehen kann man sie genau so wenig wie die Energiebahnen (Meridiane), wohl aber messen. Fachkundige Hände können diese Punkte und Bahnen ertasten und durch Druck- oder Zugimpulse stimulieren.

Ich bin heute noch dankbar diese technischen Kunstgriffe asiatischen Ursprungs erfahren zu haben und freue mich, dass diese mittlerweile auch in unseren Breiten beheimatet sind.

So verabschiede ich mich für heute mit der traditionellen chinesischen Betrachtungsweise, dass auch bei Euch alles „im Fluss“ sein möge.

 

Bis demnächst…

Kurt T. Burg

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